Christian – Der Sonnenbäcker

Wir waren zu Besuch am Sonnenofen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Köln-Porz. Bei bestem Sonnenwetter haben wir uns mit Christian Willsch getroffen und uns mit dem Diplomingenieur ein wenig über seine Arbeit und die Forschungen am Institut für Solarforschung unterhalten.

Eines der großen aktuellen Forschungsprojekte am Sonnenofen ist die Entwicklung eines vollautomatischen Prozesses um Steine aus Mondstaub zu brennen. Dadurch würde man dem Bau einer Mondstation einen großen Schritt näherkommen, da Baumaterialien nicht für viel Geld von der Erde zum Mond transportiert werden müssten. Stattdessen könnte man z.B. ein leichtes „aufblasbares“ Habitat verwenden und durch eine solide Kuppel aus Mondsteinen schützen.

Einsatzmöglichkeiten auf der Erde

Das Auge der Solarforscher richtet sich dabei keineswegs nur Richtung Weltraum. So waren es die Forscher in Porz, denen es 2004 erstmals gelang, Wasserstoff durch solar-thermochemische Wasserspaltung zu erzeugen und so einen weiteren CO2-freien Weg zur Erzeugung zukünftiger Energieträger zu eröffnen.

Ebenso beschäftigt man sich am Sonnenofen aktuell intensiv damit einen solar-basierten Prozess zum Recycling von Aluminium zu entwickeln. Die Aluminiumproduktion ist einer der energieintensivsten Industriezweige und entsprechend kann man auch hier einen wertvollen Beitrag zu Umweltschutz und Nachhaltigkeit leisten.

Wer noch mehr über die Forschungen am DLR Institut für Solarforschung erfahren möchte, kann sich auf der Webseite des Instituts informieren: www.dlr.de/sf

Fracht ins All

Die aktuelle europäische Trägerrakete um schwere Nutzlasten ins All zu befördern ist die Ariane 5. Die Kosten pro Kilogram Nutzlast in die erdnahe Umlaufbahn (2.000km Höhe) betragen grob 10.000€ pro kg. (Der Preis variiert allerdings stark je nach Auslastung und die Ariane 5 ist eigentlich auch für den Transport in die geostationäre Transferbahn gedacht.)

Der Mond ist mehr als 380.000km von der Erde entfernt. Wobei sich der Preis, aus diversen Gründen, nicht einfach wie beim Auto hochrechnen lässt. Fakt ist auf jeden Fall: Es ist ziemlich teuer!

(Bild: DLR/Thilo Kranz (CC-BY 3.0))

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