Glück vom laufenden Meter: zARTrosa

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  • 20. November 2018
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Text & Bilder: Jan 

Mit einem Lächeln öffnet Anika die Tür und entschuldigt sich sogleich dafür, dass es im Flur etwas staubig ist. Die Renovierungsarbeiten in ihrem frisch bezogenen neuen Zuhause in Höhenhaus seien noch nicht ganz abgeschlossen. Ihr kleines Reich im obersten Stockwerk ist hingegen schon fertiggestellt. Lediglich die Tür haben die Handwerker noch nicht eingebaut.

Handwerklich geht es auch in dem in Rosatönen eingerichteten Zimmer zu. Nähmaschine, Scheren, Stoffzuschnitte und Bügelbrett verraten schnell, was sich hinter Anikas Markennamen zARTrosa verbirgt. Angefangen hat sie mit dem Nähen vor ungefähr vier Jahren. Damals habe ihre Oma die alte Nähmaschine beim Aufräumen „aus den Füßen“ haben wollen. Bevor diese dann bei Ebay oder gar auf dem Sperrmüll landete, wurde sie kurzerhand im Stammbaum nach oben gereicht.

Den Umgang mit der Maschine und das Schneidern hat sich Anika selbst beigebracht. „Heutzutage hat man ja glücklicherweise mit YouTube und Internet viele Quellen“, stellt sie mit einem Augenzwinkern fest. Zunächst war das Ganze für sie nur ein Ausgleich zum Bürojob, den sie nach wie vor hauptberuflich ausübt. Beim Nähen hingegen kann sie sich so richtig schöpferisch austoben. Vor allem die vielen bunten Stoffe zogen Anika schnell in ihren Bann. In erster Linie geht es ihr gar nicht um das Nähen an sich, sondern um die kreativen Vorarbeiten wie das Aussuchen und Kombinieren der Stoffe. Daran hat sie die meiste Freude. „Ich würde jetzt keinen Anzug schneidern. Erstens habe ich das nicht gelernt und es würde mir auch keinen Spaß machen.“ Bunte Accessoires seien viel eher ihr Ding, wobei auch Baby-Kleidung zu ihrem Angebot gehört. Das beliebteste Produkt aus ihrem Sortiment seien aber ganz klar die Turnbeutel.

Den Schritt zum eigenen Gewerbe ging sie, nachdem der gesamte Familien- und Freundeskreis mit Turnbeuteln, Taschentüchertaschen und Kissen versorgt war. „Irgendwann ist ja dann auch mal gut und wohin dann mit den Sachen?“ fragt sie lachend. Die ersten Produkte habe sie über eine ehemalige Online-Handelsplattform verkauft. Nachdem diese geschlossen wurde, vertreibt sie ihre Sachen mittlerweile über einen eigenen Online-Shop. Trotz der digitalen Welt spielt das Persönliche für sie dabei eine große Rolle. Sie liebe es die Bestellungen fertigzumachen und schön zu verpacken. Die Menschen sollen sich nicht nur über das Produkt selbst, sondern genauso über das Auspacken freuen. „Ich liebe es auch zum Briefkasten zu gehen, den Brief einzuwerfen und zu hoffen, eine gute Bewertung zu bekommen,“ erzählt sie mit einem Strahlen in den Augen. Und anders als irgendwelchen Schauspielern in Werbekampagnen bekannter Paketdienste nehmen wir das Anika zu 100% ab.

Am liebsten sei sie aber eigentlich auf Märkten (aktuelle Termine) unterwegs, wo sie persönlichen Kontakt zu den Kunden und deren direktes Feedback bekommt. So ist sie zum Beispiel regelmäßig auf Fräulein Klimbims Mädchen-Flohmarkt in der Mülheimer Stadthalle mit einem Stand vertreten. Als nächsten Schritt möchte sie ihre Sachen auch gerne über den lokalen Einzelhandel anbieten. Bis Ihr Anikas Sachen aber bei Euch um die Ecke findet, könnt ihr sie über ihre Webseite beziehen oder Mitte Dezember auf dem Waldweihnachtsmarkt im Waldbad Dünnwald erwerben.  

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