Kaffeeoase in Adenauers Pferdeställen: Kaffeesapiens

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Text & Bilder: Jan 

Etwas versteckt in den Rheinhallen liegt eine kleine Oase für Kaffeeliebhaber. Dabei haben wir das schicke von Rafet Aydogdu gegründete Café überhaupt nicht wegen seines Kaffees besucht, sondern bei der Fahndung nach einem Ort, an dem man gemütlich Matcha (japanischen Grüntee) trinken kann, entdeckt.

Nun gut, selbst wenn die Suche nach Matcha uns hierhin geführt hat, so dreht sich bei Kaffeesapiens natürlich in erster Linie alles um Kaffee. Dieser kommt von der Kölner Rösterei Schamong und wurde als exklusiver Blend eigens für Kaffeesapiens erschaffen. Neben den üblichen Verdächtigen wie Cappuccino und Café Latte gibt es ihn auch ganz Schnick-Schnack-frei als von Hand frisch gebrühten Filterkaffee.

Wem dies zu langweilig ist, der kann alternativ den Cold Drip Kaffee (oder auch Dutch Coffee) ausprobieren. Bei dieser Methode tropft der Kaffee bzw. das kalte Wasser langsam durch einen Turm, der an ein Chemielabor aus der Renaissance erinnert, und wird so kalt extrahiert. Praktisch, wenn man auf einem niederländischen Handelsschiff ohne Kaffeemaschine im 16ten Jahrhundert um die Welt segelt. Ein großer Vorteil dieser Methode ist, dass mehr Aromen aus der Bohne gelöst werden und der Kaffee durch die fehlende Hitze langsamer oxidiert. Dadurch schmeckt er deutlich fruchtiger und enthält weniger Säuren und Bitterstoffe. Aber er ist halt kalt und wenn keiner mehr da ist, lässt sich nicht mal eben neuer brühen. Also weniger für den Kaffeejunkie als für den Kaffeegenießer.

Überhaupt wird bei Kaffeesapiens „Genuss“ im Genussmittel Kaffee großgeschrieben. Schließlich wollte Rafet mit der Eröffnung seines Cafés dem schlechten Kaffee auf der Arbeit entfliehen und allen anderen arbeitenden Kaffeeliebhabern eine Anlaufstelle für guten Kaffee in der Mittagspause bieten. Daher hat das kleine Café mitten in den Rheinhallen (den historischen Messehallen) eben nur an Werktagen geöffnet. Damit alle Gäste auch ihre Nicht-Kaffee-Kollegen und Freunde mitbringen, bietet das Kaffeesapiens neben dem anfangs erwähnten Matcha Latte diverse andere Tees, heiße Schokolade und hausgemachten Eistee. Apropos Eis: Insbesondere im Sommer gibt es Kaffee und Matcha außerdem in der „iced“ Version.

Auch dem kleinen Hunger kann natürlich abgeholfen werden. Neben Suppe, Ciabatta und Müsli gibt es vor allem frische Stullen, wie von Oma. Und selbst auf der Speisekarte findet sich eine Spezialität: Bananenbrot von Neue Werte / Be Bananas. Das kleine – in der verbotenen Stadt ansässige – Start-Up ‚rettet‘ Bananen, die wegen ihrer braunen Stellen vom Großhändler nicht mehr an den Einzelhandel verkauft werden und andernfalls entsorgt würden. Und jeder, der das aus den USA stammende Gebäck schon einmal selbst zubereitet hat, weiß, dass genau diese reifen Früchte die besten Bananen für Bananenbrot sind.

Wir freuen uns auf jeden Fall auf unseren nächsten Besuch und können Euch nur ans Herz legen, dieses kleine Café nicht nur den in den Rheinhallen ansässigen Mitarbeitern einer großen Versicherungsgesellschaft und eines Fernsehsenders zu überlassen.

Kaffeesapiens
Charles-de-Gaulle-Platz 1
50679 Köln
0221 – 346 664 22

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