Ein Lächeln würde auch Adenauer nach Sibirien locken: Café Heimisch

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  • 12. November 2017
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Text: Jan | Bilder: Johanna

Hans Christian Andersen hat einmal gesagt, dass die Menschen und nicht die Natur ein Land heimisch machen. Für Konrad Adenauer hingegen fing bekanntlich auf der Schäl Sick praktisch schon Sibirien an. Doch genau in dieser vermeintlich trostlosen Einöde strahlt das Café Heimisch eine heimelige Wärme aus.

Die Frage, woran dies liegt, ist eigentlich schnell beantwortet. Der Kaffee der Kölner Rösterei Van Dyck ist uns natürlich vertraut und wärmt auf seine eigene Art und Weise, aber auch eine heiße Tasse Kaffee würde bei uns mitten in Sibirien nur bedingt ein Gefühl von Heimat aufkommen lassen. Das wirklich leckere Essen wird, dem Café-Namen getreu, vorwiegend mit Zutaten aus der Region gezaubert. Das Brot für die empfehlenswerten Röstbrote kommt aus Hennef, das Gemüse für die abwechslungsreichen Salate aus Bornheim und die Milch für die süße Quark-Creme mit saisonalem Obst stammt von einem Hof in Witzhelden. Aber seien wir ehrlich: Abgesehen von ökologischen Gründen würde es für uns auch keinen großen Unterschied machen, wenn das Gemüse aus dem westsibirischen Tiefland käme. Versteht uns nicht falsch, es ist natürlich ein ganz dicker Pluspunkt, aber heimisch macht es das Heimisch nicht. Oder zumindest nur auf einer gedanklichen Ebene.

Und das bringt uns wieder zurück zu Dänemarks bekanntestem Schriftsteller. Was das Café Heimisch heimisch macht sind Gianna Gilgen und ihr fantastisches Team. Wenn man an einem regnerischen Tag durch die Tür tritt und schon von Weitem mit einem Lächeln empfangen wird, fühlt man sich zu Hause. Die gute Laune des freundlichen Teams ist ansteckend, und wenn man nach einer netten kurzen Unterhaltung sein Tablettchen mit Kaffee und Feigenkuchen in die Hand gedrückt bekommt, möchte man eigentlich am liebsten an der Theke stehen bleiben.

Stehen bleiben muss auf jeden Fall niemand, denn mit zwei behaglich eingerichteten Etagen gehört das Heimisch zu den eher größeren Cafés. Das tut der Gemütlichkeit jedoch keinen Abbruch. So lässt sich hier auch hervorragend in etwas größerer Gruppe mit Freunden ein entspannter Nachmittag verbringen. Die großen Fenster und die offene Treppe lassen viel Licht ins Innere und bei schlechterem Wetter sorgen die vielen kleinen Lampen für eine warme Atmosphäre.

So sind wir uns ziemlich sicher, dass wir uns auch in der kargen sibirischen Tundra zu Hause fühlen würden, wenn Gianna und ihr Team dort ein Café betrieben. Aber glücklicherweise wissen wir natürlich alle, dass die Schäl Sick alles andere ist als eine trostlose Einöde ist und vom Café Heimisch ist man auch schneller am Dom als aus der Max-Bruch-Straße in Lindenthal. Da hätte sicher selbst Herr Adenauer sein Geschwätz von gestern Geschwätz von gestern sein lassen und wäre vom Rathaus mal eben über die ehemalige Deutzer Hängebrücke auf einen Kaffee vorbeigekommen.

Café Heimisch
Deutzer Freiheit 72–74
50679 Köln
0221 – 168 385 63

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